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Hollen, Gemeinde Uplengen, Landkreis Leer 1.

Lage und Siedlungsform

Hollen wurde auf Podsol-Pseudogley in einer Höhe von 2,5 - bis 5,0 m über Meeresniveau (NN) gegründet. Nördlich grenzt Erd-Niedermoor und südlich Plaggenesch, unterlagert von Podsol, an. Die Streusiedlung befindet sich nördlich der A 28 und des Südgeorgsfehn-Kanals sowie östlich des Nordgeorgsfehn-Kanals etwa sechs Kilometer östlich von Filsum und vierzehn Kilometer westlich von Westerstede.

2. Vor- und Frühgeschichte

3. Ortsname

Der Ort trat bereits im 10. Jahrhundert als „Holanla“ urkundlich in Erscheinung. Spätere Bezeichnungen waren „Holne“ (1439) und „Hollen up Lenghen“ (1470/72). Es handelt sich hier wahrscheinlich um Zusammensetzung eines dem alt-englischen holen ‚Stechpalme (Ilex aquifolium)’ entsprechenden afr. Substantiv und Loh (afr. *lâ) mit der Bedeutung ‚Stechpalmenwald’ (vgl. Holne u. Holnest / GB Ekwall: 247). Die gewöhnliche kontinental- germanische Form dieses Pflanzennamens ist allerdings and. bzw. ahd. Huliso, nl. hulst, nd. Hüls. Möller (1998: 100) sieht im Bestimmungswort ein Adjektiv hol ‚sumpfig’ (ide. *kel- ‚dunkelfarbig’) und deutet den Namen entsprechend als ‚sumpfiges Baumgebiet’ (vgl. Holen Gem. Wiefelstede, Landkreis Ammerland).

 

4. Geschichtlicher Überblick

a. Entwicklung der Gemeinde bis zur Weimarer Republik

Während der Weimarer Republik entstand um 1925 eine Ortgruppe des rechtskonservativen Jungdeutschen Ordens.

 

b. Veränderungen in der NS-Zeit

In Hollen befand ein Kriegsgefangenenlager mit der Nummer 5813, in dem u. a. Russen und Ukrainer untergebracht waren. Die Zahl der Insassen ist nicht bekannt.

 

c. Entwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg

1946 wurden hier insgesamt 961 Einwohner verzeichnet, von denen 263 Personen Flüchtlinge waren, was einem Anteil von 27,4% entspricht. 1950 registrierte man 913 Einwohner. Die Zahl der Flüchtlinge lag bei 184. Die Quote sank somit deutlich auf 20,2%.

Die Planungen für die Dorferneuerung wurden von 1985 bis 1987 vollzogen und die Maßnahmen von 1987 bis 1993 durchgeführt.

 

d. Statistische Angaben

Die Gemarkung Hollen umfasst 9,72 km². Bevölkerungsentwicklung: 1821: 266; 1848: 379; 1871: 452; 1885: 498; 1905: 565; 1925: 605; 1933: 635; 1939: 682; 1946: 958; 1950: 913; 1956: 778; 1961: 760; 1970: 846.

 

5. Nebenorte, Kolonien, Wohnplätze

Bargerfehn oder „Schwarze Riede“ ist eine 1772 gegründete Moorkolonie, die erstmals 1804 als „Barger Fehn“ amtlich vermerkt wurde. 1823 verzeichnete das StatRep (Statistisches Repertorium über das Königreich Hannover) die Siedlung als „Schwarze Ryde“ und in einer Erdbeschreibung tauchten dann 1824 die Namen „Swarte Riede bzw. Bargerfehn“ auf. Der noch im Straßennamen Swarte Riede bewahrte Name wurde einem Moorbach (nd. Riede ‚Fließwasser’) entlehnt, den man nach seiner dunklen Farbe benannte. Es handelt sich um eine „unechte“ Fehnsiedlung ohne den typischen Kanal, die ihren Namen wohl einzelnen Bargen (kleinen Anhöhen) verdankt. 1823 lebten hier 54 Personen in 8 Wohngebäuden; 1848 waren in gleicher Gebäudezahl nur noch 37 Individuen beheimatet. Die Kolonie befindet sich 1,5 km ostnordöstlich von Hollen. (Q.: Remmers, S. 29)

Hollener Mühle ist seit 1871 überliefert. Der Name wurde gebildet aus dem Siedlungsnamen Hollen und Mühle. Der Ort ist gut ein Kilometer westsüdwestlich von Hollen zu finden. (Q.: Remmers, S. 106)

Kleinhollen ist wie Bargerfehn eine 1772 angelegte Siedlung, die 1825 als „Klein-Hollen“ erste urkundliche Erwähnung fand. Die Kolonie liegt etwa ein Kilometer nördlich von Hollen. Zur Namensbedeutung siehe Punkt 3. (Q.: Remmers, S. 125)

Westerfeld ist seit 1825 unter heutigem Namen belegt. Die Statistische Übersicht Ostfrieslands von 1871 nennt hier die Kolonie allerdings als „Westerfelder Mühle“. Der Name ist eine Kombination aus der Himmelsrichtung (westlich von Hollen) und Feld. (Q.: Remmers, S. 238)

6. Religion

7. Bildung, Kunst, Kultur

a. Schulische Entwicklung
b. Theater, Museen, Kino, Musik, Zeitungen
c. Kunsthistorische Besonderheiten
d. Namhafte Persönlichkeiten

 

8. Wirtschaft und Verkehr

Haushaltungen, Nutztiere

In der Zeit von 1823 bis 1867 wurde die Anzahl der Haushalte wie folgt erfasst: 1823: 41, 1848: 60 (bewohnte Häuser) und 1867: 90. Im gleichen Zeitraum bewegte sich die Einwohnerzahl von 194, über 346 auf 444. Des Weiteren gab es hier 1867 statistisch gesehen je Haushalt 4,93 Bewohner, 0,52 Pferde, 4,30 Rindtiere und 1,51 Schafe.

 

Landwirtschaftliche - und nichtlandwirtschaftliche Betriebe, Berufspendler

Die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe stieg zunächst von 105 (1949) auf 108 (1960) an, sank dann aber deutlich auf 80 (1971) ab. Dabei waren 10/7/8 große -, 47/47/36 mittelgroße - und 48/54/36 kleine Unternehmen beteiligt. Es waren also überwiegend mittlere - und kleine Betriebe in nahezu ausgewogenem Verhältnis vorhanden. Die Zahl der nichtlandwirtschaftlichen Arbeitsstätten stieg kontinuierlich von 31 (1950), über 33 (1933) auf 35 (1970) an. Der Anteil der Handwerksunternehmen lag 1950 bei fast 39- und 1961 bei 42%. Die Summe der Erwerbspersonen reduzierte sich beständig von 468 (1950), über 401 (1961) auf 314 (1970). Dagegen erhöhte sich die Quote der Auspendler stetig von fast 7 -, über 24 - auf 42%. Einpendler wurden 1961 mit 11% und 1970 mit fast 22% verzeichnet.

 

Handwerker, Gewerbetreibende

Hollen wurde vornehmlich von Kolonisation geprägt. Das Einwohnerverzeichnis von 1880/81 weist hier 30 Kolonisten aus. Außerdem waren hier jeweils ein Bäcker (auch Kolonialwarenhändler), Drechsler, Händler, Krämer, Schiffer und Weber, jeweils 2 Arbeiter, Gastwirte, Schneider und Zimmermänner (davon einer auch Krämer), sowie 3 Schmiede und 3 Schuster ansässig. 1926 nahm die Zahl der Kolonisten deutlich auf 46 zu. Des Weiteren wurden jeweils ein Architekt, Bauhandwerker, Matrose, Mühlenbauer, Müller, Schlachter, Viehhändler und eine Näherin, jeweils 2 Böttcher und Schmiede, jeweils 3 Bäcker, Gastwirte und Schuster, sowie 4 Kaufleute, 5 Maler, 5 Zimmermänner, 6 Schiffer und 26 Arbeiter verzeichnet.

 

Genossenschaften:

Folgende Konsortien sind bzw. waren hier lt. Genossenschaftsregister gemeldet:

Boden- und Wasserverbände:

Gemeinheitsteilung:

1763 kam es zur Teilung der gemeinen Weide zu Detern, Hollen und Rhaude. 1814 folgte die Gemeinheitsteilung in Hollen. In der Zeit von 1897 bis Januar 1904 wurden die Gasteländereien der Gemarkung Hollen verkoppelt.

Zwischen Dezember 1980 und Dezember 2001 wurde eine Flurbereinigung mit 561 Teilnehmern und einer Fläche von 1138 ha durchgeführt, die aber erst mit der Schlussfeststellung am 27. Dezember 2003 endete.

 

9. Politische Orientierung und öffentliche Meinung

Bei der Wahl zur Nationalversammlung im Januar 1919 gewann die liberale DDP, die zu Beginn der Weimarer Republik in vielen Gemeinden großen Zuspruch fand, mit 43,5%, gefolgt von der nationalliberalen DVP mit 29,6% und der SPD mit 26,5%.

Bei der Reichstagswahl 1924 siegte dann nach explosionsartigem Zugewinn die national- konservative DNVP mit der absoluten Mehrheit von 53,4%. Zweiter wurde trotz deutlicher Verluste wieder die DVP mit 21,2%. Die DDP stürzte erdrutschartig auf 17,1% ab. Auch die SPD verlor dramatisch und musste sich mit 5,7% bescheiden.

1928 triumphierte dann der VSB1 (Völkisch-Sozialer Block), eine Partei, die durch Zusammenschluss von DVFP (Deutschvölkische Freiheitspartei) und der NSDAP entstanden war, mit 49,7%. Die DDP legte wieder zu und wurde mit 22,3% Zweiter, vor der DVP mit nur noch 11,2% und der DNVP, die nach extremen Einbußen lediglich 8,4% erreichte.

Bei der Reichstagswahl 1930 gab es wieder einen anderen Sieger. Diesmal hatte der CSV mit 35,3% die Nase vorn. Darauf folgte nach deutlichem Zugewinn die rechtsextreme NSDAP mit 20,9%, vor der DNVP mit 13,3% und der DVP mit 10,4%.

Die Reichstagswahlen von 1932 und 1933 führten zu einem Machtmonopol der NSDAP, die nun 89,4 - bzw. 90,4% verzeichnen konnte. Alle anderen Parteien wurden quasi zu Statisten degradiert und spielten keine Rolle mehr.

Die Bundestagswahlen von 1949 bis 1972 dominierte die CDU mit überwältigenden absoluten Mehrheiten von 60,4% (1949), 64,5% (1953), 74,2% (1957), 67,7% (1961), 77,6% (1965), 66,7% (1969) und 59% (1972). Die SPD hatte dem nur Ergebnisse zwischen 13,3% (1965) und 35,3% (1972) entgegenzusetzen und wurde jeweils (ausgenommen 1961) Zweiter. 1961 kam die FDP mit 14,3%, knapp vor der SPD mit 14%, auf die zweite Position. Die rechtsgerichtete DRP (Deutsche Reichspartei) erzielte 1949 mit 12,8% ihr bestes Resultat.

Die Bundstagswahlen 2002 und 2005 brachten folgende Ergebnisse:
2002: SPD 43,9%, CDU 41,6%, FDP 8,4%, Grüne 3,9%
2005: SPD 40,8%, CDU 41,8%, FDP 8,1%, Grüne 3,1%, Die Linke 3,4%

 

10. Gesundheit und Soziales

Vereine:

11. Quellen- und Literaturverzeichnis

Zu den Kurztiteln und zu den angeführten statistischen Angaben vgl. die Datei „Literaturverzeichnis Historische Ortsdatenbank Ostfriesland“

 

Quellen:

Genossenschaftsregister des Amtsgerichts Leer
Staatsarchiv Aurich: Rep. 15, Nr. 10717; Rep. 32, 1865; Rep. 54, Nr. 719

 

Literatur:

Bruns, Hans: Zehn Jahre Gemeindearbeit in Ostfriesland, In: Bruns: Ich habe das Staunen gelernt, Wupperthal, 1966, S. 54-92

Meyer, Christian: Historisches Familienbuch der Kirchengemeinden Firrel, Hollen, Ockenhausen und Uplengen (Remels), Wittmund: Selbstverlag, 2000, 17 Bde

N. N.: Chroniken verschiedener Orte, Banken und Betriebe, Das Dep. Korte enthält ca. 100 so genannte Chroniken und Festschriften verschiedener ostfriesischer und Oldenburger Orte und Firmen

N. N.: Das Leben im Dorf hat noch eine Mitte. Von der schönen Einweihungsfeier einer schönen Schule in einem schönen Geestdorf (Hollen), OZ, 1952, Ausgabe: 20.3.

Nellner, Volkmar: Die "magere Geest" hat sich überlebt. Die Entwicklung des Geestdorfes Hollen seit 1880, OZ, 1952, Ausgabe: 15.3.

Nellner, Volkmar: Flur-Namen der Gemarkung Hollen im Kreise Leer, Upstalsboom, 1933, Ausgabe: 28.10.

Nellner, Volkmar: Flurnamen erzählen eine Dorfgeschichte. Eine Betrachtung um die Flurnamen in der Gemeinde Hollen, Unser Ostfriesland, 1950, S. 37

Nellner, Volkmer: Einweihung des Kriegerdenkmals in Hollen, Unser Ostfriesland, 1973, S. 15

Remmers, Arend: Von Aaltukerei bis Zwischenmooren - die Siedlungsnamen zwischen Dollart und Jade, S. 106 Sonnenberg, Aufstellung der AK des Stalag Xc

Wieking, Elke: "Als ob eine Kuh große Angst hätte". Vor 80 Jahren wurde der Posaunenchor der Chritus- Kirchengemeinde in Hollen gegründet, In: Ostfriesen Zeitung vom 2.4.2005

Wieking, Elke: Uplengen - Grenzgänger wollen in ihr Dorf zurück, In: Ostfriesen Zeitung vom 10.4.2004

Zylmann, Peter: Ein bedeutsamer Einzelgrabfund in Hollen / Ostfriesland, In: Die Kunde 5, 1954, 1-2, S. 16-21 um 1900 Kriegerdenkmal um 1930